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Dicke Bohnen Mondphasen Experiment

Aktualisiert: vor 7 Tagen




Die Dicke Bohne habe ich in den letzten 7 Jahren fast immer erst im März ausgesät, nur 2018 habe ich es auch im Februar gemacht, und schon damals empfand ich den Boden eigentlich als zu nass. Tatsächlich taten sich damals die Bohnen schwer, brauchten lange zum keimen und durch die lange Keimzeit hatten Drahtwürmer und andere Insekten Gelegenheit die aufgeweichten Körner anzufressen. Das führte zu einem 20% schlechteren Gesamtergebnis. Diese Erfahrungen führten dazu das ich in den Folgejahren die Dicken Bohnen erst ab März ausgesät habe. Dabei bin ich die letzten Jahre auch geblieben, die Ergebnisse waren schließlich sehr überzeugend. Also was zum Geier reitet mich da jetzt wieder auf den Februar zu setzen? Ich wills euch erklären.


Ein Kapitel in meinem neuen Buch sollte Mythos oder Wahrheit heißen, es geht um Gärtnerwissen was auf den Prüfstand gestellt wird. In Italien bestehen Kleinbauern bei der Dicken Bohne auf den Anbau nach Mondphase, das hat nichts mit Demeter zutun, diese Bauernweisheit ist wesentlich älter und selbst mein Großvater hat vor 50 Jahren die Dicken Bohnen so angebaut. Seine Ergebnisse waren atemberaubend, meine sind wahrlich gut, aber nicht vergleichbar. Jetzt muss man dazusagen das die Sorte die wir beide verwenden sizilianischen Ursprungs ist, es handelt sich um die Fava di Leonforte, eine legendäre Sorte aus dem Herzen Siziliens, der Ortschaft Leonforte in der Provinz Enna, die als Kornkammer Siziliens bekannt wurde. Klar das die Sorte auf Sizilien eine bessere Performance auf gewohntem Boden abliefert, aber ich habe nun viele Jahre zugebracht sie hier zu akklimatisieren und sie hat sich bereits erfolgreich angepasst und sogar leicht verändert (standortbedingte Mutation). Vielleicht gelingt mir mit dem Timing meines Großvaters sowie seinen Mondphasen der letzte Durchbruch?!


Die entscheidenden Faktoren die mich zu diesen Experiment bewegt haben sind zum einen der zunehmende Mond bei dem die kleine Sichel auf die Monatshälfte trifft, so wie es mein Großvater damals beschrieben hat. Der zweite Faktor sind die überaus milden Temperaturen, die haben wir hier sonst erst ab März. Auf Sizilien wäre das der Standard, und wenn mein Großvater nicht im November ausgesät hat, so setzte er seine Aussaat immer Mitte Februar.  Das bedeutet das hier aktuell in diesem Jahr eine Gesamtkonstellation entstanden ist die für mich nach der perfekten Einladung klingt um neues Wissen zu schaffen und meine Neugier zu befriedigen. Denn ich sag’s euch gleich, ich habe in 7 Jahren kein heller auf Mondphasen gegeben. Im Gegenteil, ich bin der Meinung das der Mond, wenn überhaupt, nur minimale Auswirkungen zu haben scheint, wieso? Weil ich egal was ich angebaut habe mit besten Ernten belohnt wurde obwohl ich nicht nach Mondphasen arbeite, und was ist bitte wichtiger als Erntemenge und Qualität? Am Ende muss das Ergebnis überzeugen und nicht der Hokuspokus.


Also was erhoffe ich mir? Ich bin 1 ganzen Monat früher am Start als sonst, das bedeutet bestenfalls 1 Monat früher ernten, statt Juli könnte es Juni werden. Die letzten Jahre war der Juli oftmals sehr nass, das hat den Trocknungsprozess der Schoten für die Gewinnung von Saatgut zu einem Glücksspiel werden lassen. Nun ist die Liste jener Saatgutretter die Interesse an meiner Sorte haben so lang, das ich alles auf eine Karte setzen möchte um dieses Jahr eine richtig fette Ernte einzufahren. Diese könnte es mir ermöglichen die Sorte in weitere Hände zu geben bevor mir irgendwann etwas passiert. Ich muss gewährleisten das die Arbeit meines Großvaters nach 54 Jahren fortgeführt wird, denn original Fava di Leonforte Saatgut ist selbst auf Sizilien defacto ausgestorben, vielleicht bin ich sogar der letzte Hüter, ich weiß es nicht, aber für meinen Großvater war diese Bohnensorte wichtiger als alle anderen Kulturen, einschließlich seiner heiß geliebten Tomaten. Es geht also um sehr viel für mich und vielleicht schlage ich sogar 2 Fliegen mit einer Klappe, eine erfolgreiche große Vermehrung und das Eliminieren oder Bestätigen eines Mythos. Klingt spannend? Für mich auf alle Fälle :-)


 

Eckdaten zum Anbau 2024

Aussaat: am 13.02.2024

Saattiefe: 3 - 5 cm

Pflanzabstand: 15 cm

Reihenabstand: 25 cm

Menge: 24 Laufmeter


 

Erstes Update 40 Tage nach Aussaat



Erster  Keimling am 06.03.2024
Erster Keimling am 06.03.2024

Wie erwartet hat die Februar Aussaat gefühlt ewig lange gebraucht um aus der Erde rauszuschauen. Meine bisherigen Erfahrungen mit einer Aussaat im Februar wurden also erneut bestätigt. Der Mond hatte 0,0% positiven Einfluss auf die Keimgeschwindigkeit. Mittlerweile ist wenigstens fast jedes Korn gekeimt, es gab 3 oder 4 Körner die als Ausfall gewertet werden können, aber da war ich selber dran schuld, weil ich ungeduldig war und die Erde etwas lockern wollt und dabei diese 3-4 dicke Bohnen fatal verletzt habe.


In der Summe schaut das Ganze mittlerweile sehr gut aus, aber auch ohne Timing nach Mondphase war das bei mir bisher immer so. 



Einige Jungpflanzen sind etwas angenagt worden von kleinen Nacktschnecken, aber das beeindruckt die dicke Bohne in der Regel recht wenig, weil sie zügig zulegen kann und den Schnecken förmlich davonwächst.



Entwicklung am 20.03.2024
Entwicklung am 20.03.2024

Keimzeit Februar vs. März


Nachdem in Punkto Keimzeit kein positiver Impuls von den Mondphasen beobachtet werden konnte kann ich mit Gewissheit sagen das die Boden und Lufttemperatur die wirklich entscheidenden Faktoren sind für die Keimgeschwindigkeit.


Eine Aussaat im Februar benötigt an die 30 Tage, während meine regulären März Aussaaten nach 15-20 Tagen keimen.  Somit hat sich mein Vorsprung von 30 Tagen theoretisch um 15 Tage reduziert. Schauen wir mal wie die weitere Entwicklung verlaufen wird, bis zum Ende des Experiments dauert es ja noch ein paar Wochen.  



 

Nächstes Update: Erster Hackgang zum lockern der Erde / Beikrautregulierung

 

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