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Projekt: Rettung alter Gemüse & Tomatensorten

Ende März 2020 erhielt ich die Nachricht das Wolfgang Kreimer, Saatgutretter der ersten Stunde, unerwartet verstorben sei. Er hinterließ 200 alte Gemüsesorten und ein großes Loch in der Saatgutretter-Szene. Es war ungewiss wer seine Arbeit übernimmt und wie der Erhalt dieser Sorten in Zukunft gesichert werden könnte. Ich bot sofort meine Hilfe an, denn wir haben bis heute ca. 70% der alten heimischen Sorten verloren und dürfen nicht zulassen das weitere heimische Kulturen aussterben, wieso erkläre ich euch etwas später in diesem Artikel. Da ich bereits etliche alte Sorten von meinem Großvater erfolgreich erhalte, konnte ich mir ein weiteres Projekt für den Erhalt alter Sorten gut vorstellen. Die Freude über mein Angebot war sehr groß. Aufgrund meines Wissens, speziell im Segment des Tomatenanbau, war ich ideal geeignet um diese Aufgabe erfolgreich erfüllen zu können. Die Erwartungen an mich waren nicht mal sonderlich hoch, es wäre schon klasse, wenn ich 50% der Sorten retten könnte, also sagte ich erstmal zu ohne mich um bürokratische Hindernisse zu kümmern. Nicht denken, machen! Dann ging alles Schlag auf Schlag, nach einigen Tagen hatte ich die zu erhaltenden alten Sorten vor mir liegen und so legte ich auch gleich los und präparierte meine Saatschalen Anfang April. Meine eigenen Züchtungen und die Sorten von meinem Großvater waren bereits 3 Wochen zuvor ausgesät worden, ich war dementsprechend etwas spät dran, aber noch sehr gut im Rahmen einer optimalen Voranzucht. Um das Projekt realisieren zu können musste ich nun erstmal meine geschützte Anbaufläche für Tomaten erweitern. Von der Planung bis zur Umsetzung benötigte ich gute 10 Tage, weil die Folie für die Überdachung wegen dem Corona-Virus nicht zeitnah zugestellt werden konnte. Als ich dann die Folie hatte konnte ich sehr schnell den Anbau fertigstellen. Jetzt war alles perfekt vorbereitet, die ersten Zöglinge wurden Ende April ausgepflanzt, der Rest folgte bis Mitte Mai.  Die Pflanzen entwickelten sich gut, es gab 2 Sorten die mich an den Rand der Verzweiflung getrieben haben, aber auch die habe ich letzten Endes da hin bekommen wo ich sie haben wollte. Die Zeit verging und plötzlich war es schon so weit, die ersten Tomaten konnten geerntet werden, ich hatte es geschafft alle Sorten erfolgreich zu erhalten :-) . Über meine sozialen Netzwerke erhielt ich plötzlich immer mehr Anfragen ob man auch Samen von den Tomaten kaufen könnte. Das brachte mich in die Situation mich mit der Thematik „In Verkehr bringen von Saatgut“ zu beschäftigen. Daraus ist folgender Artikel entstanden: Die destruktiven Folgen des Saatgutverkehrsgesetz

 

Weitere Updates folgen in kürze :-)

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