Alte Gemüsesorten erhalten

Einst hatte jede Familie im Friesenland ihre eigene Kohlsorte, heute sind nur noch wenige erhalten geblieben. Die Verschärfungen der Saatgutverordnung von 1986 hat es den Landwirten verboten ihr eigenes Saatgut zu vermehren. Man wurde gezielt in eine kontrollierte Abhängigkeit von Großkonzernen aus der Agrochemie getrieben. Diese Konzerne haben danach reihenweise die kleinen Saatguthersteller aufgekauft und indirekt ein Monopol entstehen lassen. Das reichte diesen Konzernen nicht und so führten sie immer mehr Knebel ein um den Markt zu beherrschen. Patente auf Gemüsepflanzen und F1 Hybride sind die Folge.


Wenn es nach diesen Konzernen gehen sollte, würden sie den Markt liebend gerne mit genetisch manipuliertem Saatgut komplett in ihre Abhängigkeit bringen. Neue Verfahren wie CRISPR-Cas sollen das ramponierte Image der Genmanipulation Geschichte werden lassen. Es ist der nächste Versuch die Landwirtschaft in ihre Abhängigkeit zu treiben. Institutionen wie die Europäische Union helfen diesen Konzernen, sie stellen immer höhere Anforderungen die von den kleinen Betrieben nicht mehr erfüllt werden können.

 

Als die EU 2013 ihre europäische Saatgut Verordnung präsentierte war die Empörung groß. Weitere Einschnitte, bis hin zu Strafen von 25.000 Euro für das Tauschen oder Verschenken von nicht zertifiziertem Saatgut. Wie soll man so alte Sorten erhalten können, wenn man sich dadurch strafbar machen kann? Das Saatgutverkehrsgesetz soll die Verbraucher eigentlich vor schlechtem Obst und Gemüse schützen. Leider schützt es viel mehr die Interessen von sehr großen Konzernen, eine Hand voll kontrolliert bereits den Weltmarkt.

Die Kriterien nach denen die Sortenzulassung erfolgt, basieren nur auf Eigenschaften die für die Industrie Sinn ergeben. Ein gutes Beispiel ist die Transportfähigkeit, aber der Geschmack ist kein Kriterium. Was habe ich allerdings von einer festen roten Tomate die perfekt aussieht und nach nichts schmeckt? Ich glaube, dass hier ein enormer Korrekturbedarf herrscht! Insbesondere alte Sorten müssen viel stärker geschützt werden, Kleingärtner und Hobbyzüchter sollten sogar das Recht bekommen Saatgut verkaufen zu dürfen. Dadurch könnten Einnahmen generiert werden die es den Gärtnern ermöglichen ihre Projekte für den Erhalt alter Sorten am Leben zu halten.

 

Nimmt man mich nun als Beispiel, ich erhalte über 400 alte Gemüsesorten, einige stehen auf der roten Liste und sind akut vom Aussterben bedroht, und ich kann meine Kosten nicht decken ohne ein Gewerbe anzumelden und jede Sorte zertifizieren zu lassen. Dazu würde als Kostenpunkt noch das BIO Zertifikat kommen. Jede Sortenzulassung kostet zwischen 30-40 Euro, das Biozertifikat ca. 800 Euro und das Gewerbe ca. 1000 Euro für die Buchhaltung….jedes Jahr würden somit Kosten von ca. 18.000 Euro entstehen, wisst Ihr wie viele Samen ich verkaufen müsste um die Kosten zu decken? Das ist absurd! Und genau deswegen machen das immer weniger Menschen, auch wenn sie es gerne würden so wie ich. Deswegen sterben kleine Betriebe, weil man ihnen die Möglichkeiten zur Vermehrung von eigenem Saatgut 1986 genommen hat! 

Projektziele:

  1. Finanzierung der Sortenzulassungen um das Saatgut legal verkaufen, tauschen oder verschenken zu können und somit den Erhalt alter Sorten zu gewährleisten.  
  2. Erweiterung der Anbauflächen um mehr alte Sorten aufnehmen zu können.